Die Kunst, Trinkgelder zu geben

Wann gibt man eigentlich Trinkgelder?

Ich tue das, wenn ich der Meinung bin, die- oder derjenige hat seinen Job zufriedenstellend erledigt.

Dafür wird er zwar schon bezahlt von seinem Chef… aber meist nicht angemessen. Chefs sind notorisch geizig. Vor allem bei den Gehältern der Mitarbeitern – nicht bei ihren eigenen.

Ich lebe ja in Litauen. Hier verdient eigentlich jeder zu wenig. Abgesehen von korrupten Politikern, Anwälten, Richtern und Bordellbetreibern.

Wenn ich hier im Otto-Normalo -Laden stehe – vergleichbar mir Norma. Lidl, Schlecker – und mir wird an der Kasse ein 98.30 Litas angezeigt, dann gebe ich 100 Litas und sage: “Passt so, Danke”. Gefolgt von einem kurzen Augenkontakt.

Weil die Leute können das immer gar nicht glauben, das man das wirklich gesagt hat. Das ist ein Unding, wenn man Trinkgeld in einem Supermarkt gibt.

Aber weshalb überhaupt?

Die Leute die da arbeiten, arbeiten sich den Arsch ab zum Mindestlohn. Der Job ist Scheisse. Der Vorabeiter ist meist auch Scheisse. Der Filialleiter ist sicher Scheisse. Das Gehalt ist 100% Scheisse.

Warum gibt man den Leuten nicht einfach 1% der Einkaufssumme als Trinkgeld? Oder halt das Wechselgeld auf 99.97 EUR?

Wenn ich jeden Tag einkaufen gehe und in 5 Läden am Tag einkaufe, ne… und ich lasse in jedem Laden 1 Lit als Trinkgeld liegen, dann sind das 150 Litas/Monat. Weniger als 30 EUR. Das merke ich nicht und mache dafür 150 Leute ein bischen glücklicher.

Probiert das mal aus. Die Kassierer/innen erinnern sich an Euch^^

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